Archiv für: Oktober, 2007

"Der berühmteste grüne Kreisschriftführer der Welt"

Ich hatte erst überlegt den TAZ Artikel über Robert "nur" in meine Linktipps unter PatJe.de zu packen, aber als ich über die Betitelung als "berühmtester grüner Kreisschriftführer der Welt" gestolpert bin, musste ich dann doch Schmunzeln, nachdem er doch zuvor selbsternannter Philosoph, Parteirebell und was ich sonst noch alles war, ging es jetzt nicht anders :) (gefunden über Dennis)

(Ursprünglich veröffentlicht bei PatJe.de)

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Grüne suchen neues Logo

abgelehntesLogo.jpgLetztes Jahr stellte der Bundesvorstand der Grünen ein neues Parteilogo vor (siehe rechts) und erlitt beim Parteitag ein deutliches Gegensignal, so dass man das Logo schnell zurückzog. Ein Jahr nach Köln soll somit in Nürnberg über ein neues Logo abgestimmt werden. Gestern wurden die drei Entwürfe bekannt…weiter...Die Entwürfe habe ich hier mit grünem Hintergrund dargestellt, wie man sie womöglich auf Plakaten oder so sehen kann, auf der Logoseite der Partei findet man aber auch entsprechende Varianten mit weißem Hintergrund, die ebenfalls sehr gut aussehen. Sie sind jeweils bei dem Entwurf verlinkt.

Entwurf 2 – Mein Favorit

entwurf2.gif

Hier ist die Sonnenblume links daneben gestellt und die Schrift moderner gemacht worden (laut Angaben der Auswahlkommission). (Weitere Beispiele) Mir gefällt das Logo noch am Besten von den genannten. Die Schrift finde ich modern und angenehm und der blaue Balken bietet Platz für eine Gliederungsbezeichnung (KV Gelsenkirchen). Und dadurch, dass die Sonnenblume ganz ist, kann man sie leichter nutzen.

Entwurf 1

entwurf1.gif

Dieses Logo steht am ehesten dem alten Logo am nähsten, da es die Sonnenblume weiterhin als verbindendes Element sieht, wobei aber die Lesbarkeit im Vergleich zum alten Logo verbessert worden ist. (Weitere Beispiele) Gefält mir eigentlich ganz gut, aber nur knapp hinter Entwurf 2, weil ich eine ganze Sonnenblume etwas schöner finde und die Schrift bei 2 mir einfach besser gefällt.

Entwurf 3

entwurf3.gif

Die Trennung zwischen Bündnis 90 und Die Grünen, die sich im alten Logo zeigte wurde hier durch das Zusammenziehen aufgehoben. (Weitere Anwendungsbeispiele) Dies wiederum gefällt mir garnicht. Was hat die 90 vor den Grünen zu suchen? Ich weiss sowieso nicht, ob man das Bündnis 90 noch braucht, aber darum soll es nicht gehen, wenn jemandem das am Herz liegt, dann soll es eben bleiben, nur bitte nicht so. Die Symbolik dahinter versteht man ja noch weniger. "90 Die Grünen"?

Andere Meinungen

Anders als ich finden Julia und Maik grade dies am besten, während Henning es wie ich stark ablehnt und Nummer 1 am Besten findet, wenn er findet, dass es sich "für so einen kleinen Fortschritt (…) eigentlich nicht [lohnt], das Logo zu wechseln". Johannes ist sich bei Nummer drei ebenso unsicher, findet es zwar pfiffig aber auch chaotisch und hat darum einen Mix aus Nummer eins und zwei gebastelt ;) Zu guter Letzt sei aber auch noch auf Till hingewiesen, der sich ebenso für Entwurf zwei ausgesprochen hatte und damit jetzt nicht mehr alleine da steht :D

(Ursprünglich veröffentlicht bei PatJe.de)

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Der Spiegel will es mal wieder nicht verstehen…

Über Dennis und Ario bin ich auf einen Artikel bei Spiegel Online aufmerksam geworden, der einen Brief afghanischer Abgeordneter an die Partei in den Vordergrund stellt, nachdem die Grünen ihre Verantwortung für Afghanistan aufgeben hätten. Direkt am Beginn wird Robert Zion nach meiner Interpretation auch gleich mit dem stempel "selbsternannter Philosoph" (er hat das studiert!), einem "Angriff" auf Cohn-Bendit (der seines erachtens ja nicht weniger austeilte) oder seinem "Belehren" der Afghanen in eine unreale Sichtweise gestellt. Nun gut, darum soll es jetzt nicht gehen, denn Ario und Dennis haben dies schon dargestellt. Mir geht es um ein Politikverständnis des Spiegels und offensichtlich auch einiger grüner Abgeordneter. So sagt der Spiegel ganz natürlich:

Allerdings scheint es beinahe unmöglich, die Position der Grünen richtig zu vermitteln.

Naja, also ganz so schwer dürfte es für einen ausgebildeten Journalisten nicht sein, den Beschluss durchzulesen und die Essenz herauszuziehen. Zugegeben, es sind acht lange seiten und in die einfache Schwarz-Weiss Logik passt es nicht, wenn man differenziert die Lage in Afghanistan betrachtet, aber für den Spiegel ist das offensichtlich zuviel. (siehe auch meinen Artikel zur Medienreaktion auf die BDK)weiter...

Also wenn ich die wesentlichen Punkte mal zusammenfassen soll, reichen fasst die Überschriften des Beschlusses:

  1. OEF sofort beenden
  2. Die RECCE-Tornados zurückholen
  3. Keine Zusammenlegung der Mandate für ISAF und OEF
  4. Bundeswehr in Afghanistan: Zivilen Aufbau sichern, den Frieden herstellen
  5. Keine Zustimmung bei Zusammenlegung der Abstimmungen für ISAF und Tornados
  6. Die Perspektive – Petersberg 2
  7. Ausweitung des zivilen Engagement in den Süden und Südosten
  8. Ohne Kurswechsel kein Mandat

Okay, man sollte dann genauer nachlesen, was Petersberg 2 bedeuten soll, nämlich eine Diskussion mit allen beteiligten Gruppen. Und vieles findet sich in einem Auszug des Abschnittes 3:

So lange zum Aufbau von Polizei und Infrastrukturen noch eine militärische Absi-cherung erforderlich ist und so lange diese nicht vom afghanischen Militär bzw. der afghani-schen Polizei gewährleistet werden kann, so lange ist der Abzug der deutscher Bundeswehrein-heiten nicht vertretbar. Entscheidend dabei ist aber eine Transformation des Militärischen zum Polizeilichen, d. h. dass dieser Einsatz eine rein defensive, auf Schutz ausgerichtete Strategie verfolgen muss, um so die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht zu verlieren. Klar ist aber auch, dass das Militär nur die notwendigen Rahmenbedingungen zur Stabilisierung liefern kann – gelöst werden kann das Problem nur mit zivilen Mitteln. Die Möglichkeiten, aufgrund einer neuen, friedlichen Verhandlungsinitiative zu einer politischen Lösung zu kommen, haben aber wiederum nur dann überhaupt eine Chance, wenn dort für Stabilität gesorgt wird, so lange dies der afghanische Staat nicht zu tun vermag.

Also allen ernstes: Ist das so schwer zu vermitteln? Wenn man unabhängig berichten will, denke ich nicht. Es passt nicht in die Muster, die momentan eher ein "Weiter so!" (gut) oder "Raus!" (böse) erwarten. Aber komplexe Probleme brauchen nunmal auch komplexere Antworten.

Schlimm finde ich auch, was deshalb die geschätzte Parteifreundin Anna Lührmann aus dem Bundestag dazu sagte:

Auch die grüne Bundestagsabgeordnete Anna Lührmann glaubt, der Antrag sei viel zu komplex gewesen: "Deswegen habe ich von Anfang an für einen anderen Parteitagsbeschluss votiert. Es ist schwer, diesen Beschluss so zu vertreten", so die Abgeordnete, die selbst gute Beziehungen nach Afghanistan unterhält. "Ich habe davor gewarnt, dass dort nur die Botschaft "Abkehr" rüberkommen würde", so Lührmann weiter.

Also ist dies der neue Anspruch der Grünen: Politik nur danach, dass die Lösung einfach vermittelbar ist? Ich denke nicht, dass dies der Lage in Afghanistan angemessen ist. Und – weil sie es offensichtlich nicht verstanden hat – nochmal: Es geht nicht um "Abkehr" aus Afghanistan, sondern um einen anderen Blick um das Land auf die Beine zu bringen.

Und damit wären wir bei einem anderen Problem: Wenn nicht mal die "Parteifreunde" verstehen das Ergebnis richtig darzustellen, sondern wie der Kampfredner der BDK Cohn-Bendit das Ergebnis von allen Seiten beschießen und selber die "Abkehr" und den Verlust der Verantwortung für Afghanistan beklagen, hat dies nichts mit schwerer Vermittlung, sondern mit (bewusst) falscher Vermittlung zu tun!

Wer dagegen immer einfache Lösungen fordert oder erwartet sei an die Aussage eines unbekannten Autors erinnert:

Komplexe Probleme haben einfache, leicht verständliche, aber falsche Lösungen.

(Ursprünglich veröffentlicht bei PatJe.de)

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