Depesche an die Piratencrew Gelsenkirchens

Nachdem sich nun die in Gelsenkirchen ortsansässige Crew der Piratenpartei auf dem Promenadendeck des Lokalteils der WAZ tummeln durfte und die Piraten selbst auf ihrer Homepage einen kleinen Bericht von Gesprächen mit jungen Grünen verfasst haben, lasse ich es mir jetzt natürlich nicht nehmen, den Gelsenkirchener Piraten diesen kleinen Änderbrief auszustellen.

Als jemand, der schon lange bei den Grünen Piraten angeheuert hat (facebook-Gruppe), beobachte ich euren Kurs durchaus mit Interesse und auch Sympathie.

Auch wenn es für euch wohl noch einige Klippen zu umschiffen gilt, so teile ich selbstverständlich einige zentrale Forderungen: Zurücknahme von Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren (Kein Aufbau einer Zensurinfrastruktur im Netz!), Schluss mit dem Überwachungswahn und mehr direkte Demokratie, creative commons und freie Software.

Das Netz tatsächlich als ein Medium der Demokratisierung des Wissens zu verstehen, halte ich für zentral, wie ich es ja auch erst kürzlich im Gelsenkirchen Blog in einem Interview gesagt habe: Piraten, Krieg und analoge Weltgesellschaft.

Mit dem Wandel hin zu einer postindustriellen Wissensgesellschaft steht für mich dann auch die Forderung nach einem Grundeinkommen in engstem Zusammenhang, für das ich hier einige für mich bedeutende Gründe aufgeführt habe. Ich denke, dass auch euch solche Gedanken nicht ganz fremd sein dürften.

Was folgt nun daraus? Getrennt segeln, gemeinsam ändern? Hoffentlich bald ein gemeinsamer Austausch zwischen uns und euch über die Netz-, Bildungs-, Medien-, Innen- und Sozialpolitik der Zukunft und bei dieser Wahl in Gelsenkirchen möglichst viele Stimmen für die gemeinsamen Inhalte und den richtigen Kandidaten.

Mit links-libertären Grüßen
Robert Zion
(Grüner Direktkandidat 2009 für den Bundestag in Gelsenkirchen)

 

„Führe nie einen Krieg, den du nicht gewinnen kannst.“ (Faustregel u. a. beim Herr der Ringe-online-Spiel, resp. fehlende Einsicht der NATO in Afghanistan)

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Robert Zion ist Vorstandssprecher und Bundestagskandidat der Grünen in Gelsenkirchen. Bundesweites Aufsehen erregte er als Mitinitiator des Göttinger Parteitages 2007, der eine Wende in der Grünen Afghanistanpolitik herbeiführte.

5 Kommentare

  1. Franz Schart sagte am  September 16th, 2009   15:24

    Ahoi!

    Den Piraten schreibt man aber keine Depesche, sondern man wirft eine Flaschenpost für sie ins Meer.
    Mal im Ernst: Ja, die Internet-Anliegen sind wichtig, richtig und auch die Partei sympathisch (toller Name übrigens!).
    Aber: Wer lässt die Segel setzen, und wer muss sich auf den Ruderbänken unter Deck quälen?
    Also – was sagen denn die Freibeuter des Netzes zur Sozialpolitik?
    Da würde ich mich auf einen Dialog freuen, so von Schiff zu Schiff. Und auf gelegentliche Flaschenpost.

    Leinen los!

  2. Dennis Bartel sagte am  September 16th, 2009   17:53

    Merkwürdig…
    Gegenwärtig ist der Artikel zu den Grünen auf der Piratenseite nicht mehr zu finden. Wie auch alle anderen “Blick über den Tellerrand” Artikel. Ob Schäuble da schon eingerückt ist? Oder haben sich unsere Freibeuter kurzerhand selber schäublirisiert? Das da ein kritischer (aber netter) Kommentar von mir noch auf Freischaltung wartete, nur mal so am Rande erwähnt *grummel*

    Edit: Nach einigen Stunden wieder aufgetaucht

  3. Marcus sagte am  September 16th, 2009   23:51

    Gebe da auch Franz Schart Recht, da ich nach allen (linken) Seiten hin offen bin!
    Eine Eigenschaft, die Franz, den ich bis heute schätze und vermisse, hoffentlich auch bestätigen wird!
    Freue mich auch auf einen Dialog, setzt die Segel, freie Fahrt allen Linken!

    Marcus

  4. Franz Schart sagte am  September 17th, 2009   17:04

    Zeit-online:
    “Fehlt der Piratenpartei die Offline-Kompetenz?
    Der Vizechef der Piratenpartei hat der rechtskonservativen “Jungen Freiheit” ein Interview gegeben. Er will nicht gewusst haben, um was für eine Zeitung es sich handelt. Mitglieder der Piratenpartei und Blogger sind empört.”

    Da hätte er sich doch vorher im Internet informieren sollen …

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-09/piratenpartei-kompetenz-2

  5. Marcus sagte am  September 19th, 2009   21:05

    Eine Offline-Kompetenz ist wohl unabdingbar, es kann nicht sein, das der Parteivize nicht weiss, wem er ein Interview gibt!
    Des Weiteren, Lieber Rober Zion und Franz Schart, (wir kennen uns), ist es unerlässlich, zu allen linken Themen ein Statement geben zu können!
    Die Piratenpartei sollte Medienkompetenz anstreben, will sie dem linken Spektrum angehören, ansonsten wird sie mit nur einem Hauptthema sich auf Dauer nicht behaupten können!
    Dann aber könnte sie zu einer wertvollen Ergänzung der linken Hauptforderungen werden, da sie die Jugend mit Sicherheit anspricht und somit eine Lücke füllt!

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