Filmfest Gelsenkirchen

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Vor zwei Wochen fand in Gelsenkirchen das erste Filmfest statt. Über 60 Filmbeiträge waren in den Wochen eingegangen und in einer großen Veranstaltung sollten nun die besten drei Filme gekürt werden. Aber nicht nur bei der Anzahl der eingesandten Filme war der Andrang zu spüren, sondern auch der Veranstaltungssaal in der Flora war mehr als gut gefüllt. Geschätzte 150 Leute waren um 16 Uhr gekommen, um sich die ersten Filmbeiträge anzugucken. Bis zur Preisverleihung um 19 Uhr wurden so verschiedene Filme als „Warm-up” gezeigt.

Jeden der Filme hier vorzustellen wäre sicherlich etwas viel der Arbeit, aber so gab es jedenfalls ein buntes Programm von Dokumentationen Gelsenkirchens vor 20 Jahren, Impressionen der Fußballweltmeisterschaft 2006, ein Musikvideo, künstlerische Filme oder auch einen amüsanten Stop-Motion Trickfilm über eine Tanzstunde.

Etwas mehr soll aber auf die drei – oder eher vier – Sieger des Abends eingegangen werden Vier, weil eine Dokumentation über Elisabeth Käsemann vom Jugendzentrum „Die Villa” in Bismarck mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Aufgrund der Länge wurde dieses Werk nicht komplett gezeigt, sondern nur angedeutet, aber es wurde schon deutlich, dass man sich mit dem Leben der Elisabeth Käsemann eingehend beschäftigt hatte und filmerisch das Ganze in Form einer Dokumentation aufgearbeitet hat, wie man sie sonst auch aus dem Fernsehen kennt, also mit entsprechenden Nachbildungen der Szenen über die Berichtet wurde.

Den dritten Platz erhielt der Film 24 Stunden, in dem die Zentrale von Gelsenwasser 24 Stunden lang gefilmt wurde und dies im Zeitraffer wiedergegeben wurde. Bei der Laudatio wurde darauf hingewiesen, dass er seine besondere bedeutung bekomme, wenn man ihn mehrmals hintereinander sehe, da es immer etwas neues zu entdecken gäbe. Gezeigt wurde er zwei oder drei mal, aber ich denke wenn man näher dran gesessen hätte wäre es noch faszinierender gewesen.

Inzwischen ist der Film auch bei YouTube zu sehen:

Platz zwei ging an die Grundschule Mechtenbergstraße, die gemeinsam mit der Evangelischen Jugend einen Zeichentrickfilm über eine mutige, starke Prinzessin erstellt hat, die ihren Prinzen aus den Fängen des finsteren Fürsten Voldemort befreien wollte und dazu in das „Grusellabyrinth” geht. Die Figuren waren entsprechend kindlich-süß gezeichnet und mit entsprechenden Geräuschen ausgestattet war dies wirklich ein erlebnis. Vor allem, weil Kinder auf Gedanken kommen, die man sich sonst nicht vorstellt :)

Gewinner des ersten Gelsenkirchener Filmpreises war der Film „Bin schon länger da” von Isabel Grahs. In dieser Dokumentation stellt die Journalistin drei Menschen vor, die vor vielen Jahren bereits aus dem Ausland (Iran, Brasilien und Polen) nach Gelsenkirchen gekommen waren und hier ihre neue Heimat gefunden hatten. Aufgrund der Intimität, die dieser Film zeigt, wird das gute Verhältnis zwischen Filmmacherin und ihren Protagonisten deutlich. Vor allem geht es aber auch um die Frage der Heimat. Im Gedächnis blieb mir die Szene, in der die junge Iranerin bei der Betrachtung eines Videos mit dem vergleichsweise chaotischen Verkehrsverhältissen doch mehr als skeptisch ist und ihren Vater fragt, ob er dorthin zurück wolle. Es folgt nur ein langes Schweigen. Allgemein zeigt diese Szene und der Film überhaupt wie schwer es sein kann, etwas wirklich Heimat zu nennen. Denn das zuhause mag Gelsenkirchen sein, aber man sei andererseits ja auch keine Deutsche, so abermals die junge Iranerin. Der Film porträtiert damit nicht nur auf liebevolle Art diese drei Menschen, sondern bringt auch die Situation und Stimmungslage von hier lebenden Ausländern sehr gut auf den Punkt.

Alles in allem war das Filmfest mit seinen fünf Stunden wirklich ein gelungenes Event in Gelsenkirchen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die für den Herbst angekündigt wurde.

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Patrick Jedamzik ist Kreisgeschäftsführer der GRÜNEN. Kommunalpolitisch ist er Bezirksvertreter in Gelsenkirchen-Mitte und Sachkundiger Bürger im Kreispolizeibeirat. Neben seinen politischen Engagement studiert er Politikwissenschaften, Geschichte und VWL an der Universität Duisburg-Essen.

1 Kommentar bis jetzt

  1. [...] anderer Gruppierungen hingewiesen und über diese berichtet werden, wie dies beispielsweise beim Filmfest bereits geschehen [...]

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