Irene Mihalic korrigiert Ralf Fücks von der Heinrich-Böll-Stiftung

Zum Jahreswechsel hatte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Margot Käßmann ein möglichst schnelles Ende des Afghanistaneinsatzes gefordert, weil “nichts gut” sei in Afghanistan. Ralf Fücks von der grün-nahen Heinrich-Böll Stiftung hatte dies beispielsweise in der Welt kritisiert. Irene Mihalic hatte dies zum Anlass genommen deutlich zu machen, dass die Position seit den Parteitagen in Göttingen und Rostock eindeutig sei.

Ich erlaube mir wieder etwas hinzuzufügen, was gestern in der Süddeutschen kritisch hinterfragt wurde. Der katholische Militärbischof hatte zum Beispiel auch gesagt, dass man “nicht nur von einem Stabilisierungseinsatz” reden könnte und geklärt werden müsste, ob der Einsatz noch gerechtfertigt sei. Und auch wenn man natürlich Kritik an Stellungnahmen äußern kann, wundert man sich doch ein wenig darüber, dass es doch eine deutliche Asymmetrie gibt…

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Patrick Jedamzik ist Kreisgeschäftsführer der GRÜNEN. Kommunalpolitisch ist er Bezirksvertreter in Gelsenkirchen-Mitte und Sachkundiger Bürger im Kreispolizeibeirat. Neben seinen politischen Engagement studiert er Politikwissenschaften, Geschichte und VWL an der Universität Duisburg-Essen.

1 Kommentar bis jetzt

  1. Franz Schart sagte am  Januar 11th, 2010   13:10

    http://www.peacenow.eu/
    Kann gerne unterschrieben werden!

    Mehr Phantasie für den Frieden
    Ein offener Brief an Bischöfin Käßmann

    An Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
    Vorsitzende des Rates der EKD
    Per E-Mail: Landesbischoefin@evlka.de

    11. Januar 2010

    „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
    Matthäus 5,9

    Liebe Bischöfin Käßmann,

    mit diesem Brief möchten wir uns herzlich für Ihre Predigten zu Weihnachten und Neujahr bedanken!

    Wir, Mitglieder und SympathisantInnen von Bündnis 90/Die Grünen, darunter viele Christinnen und Christen, fühlen uns berührt von Ihrem Appell an Hoffnung, Zuversicht und Mut in unserer Welt, in der jeden Tag die Würde und die Rechte von Menschen in drastischer Art und Weise verletzt werden.

    In Ihren Predigten und den darauf folgenden Interviews haben Sie sich kritisch und deutlich zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan geäußert. An diesen Äußerungen wird seitdem harsche Kritik geübt. Dabei werden nicht nur die Inhalte Ihrer Aussagen unter Beschuss genommen. Einige Ihrer KritikerInnen geben Ihre Formulierungen in überzogen zugespitzter Form wieder. Ihnen wird unterstellt, Sie würden es sich zu einfach machen und zudem die Soldatinnen und Soldaten im Stich lassen. Ferner wird in Frage gestellt, ob Sie als Frau der Kirche überhaupt die Berechtigung haben, sich in dieser Deutlichkeit zu einer politischen Frage zu äußern. Banalität, Naivität und Mangel an Differenzierung wird Ihnen vorgeworfen, zu unserem Bedauern auch von einem Co-Vorsitzenden der Heinrich-Böll-Stiftung.

    Wir lesen Ihre Predigten anders. Sie fordern die Politikerinnen und Politiker dazu auf, nicht darauf zu verzichten, nach Alternativen zur gewaltsamen Konfliktbewältigung zu suchen. Das ist das Gegenteil von einfach und banal. Nicht nur in Afghanistan, auch in vielen anderen Regionen dieser Welt werden Konflikte gewaltsam ausgetragen. Uns fehlen allzu oft schlüssige Konzepte, um diese mit friedlichen Mitteln zu bewältigen. Solche Lösungswege sind langwierig, kompliziert und unbequem. Dennoch ist es richtig, sie zu suchen und zu verfolgen.

    Wer Gewaltlosigkeit als Strategie zur Konfliktlösung verächtlich macht, verleugnet die Geschichte der Menschheit, in der Großes immer wieder nicht durch Krieg und Gewalt, sondern durch Liebe und Gewaltlosigkeit geleistet und erreicht wurde.

    US-Präsident Barack Obama sagte bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises 2009 in Oslo: „Dabei bin ich mir dessen bewusst, was Martin Luther King vor Jahren während derselben Zeremonie sagte: ‚Gewalt führt nicht zu dauerhaftem Frieden. Sie löst kein soziales Problem, sie erzeugt nur neue und kompliziertere.’ Als jemand, der als unmittelbare Konsequenz des Lebenswerks von Dr. King hier steht, bin ich der lebendige Beweis für die moralische Kraft von Gewaltlosigkeit. Ich weiß, dass die Überzeugung und das Leben von Gandhi und King nichts Schwaches, nichts Passives und nichts Naives hatten.“

    Das sagt der US-Präsident, obwohl er zwei Kriege führt. Wenn selbst der oberste Befehlshaber der US-amerikanischen Truppen in Afghanistan an die Kraft der Gewaltlosigkeit glaubt, wie kann es dann „naiv“ sein, Alternativen zum Krieg einzufordern, damit auch die Gewalt in Afghanistan endlich ein Ende findet?

    Wir sind auf der Suche nach diesen Alternativen. Wir glauben, dass jeder Mensch in seinem Innersten auf der Suche danach ist. Viele konkrete alternative Friedensstrategien sind schon ausgearbeitet worden; meist fehlt es am politischen Willen zu ihrer Umsetzung.

    Wir finden uns nicht ab mit der Welt wie sie ist, sondern hoffen auf und wirken für eine bessere. Viele Christinnen und Christen finden Hoffnung in ihrem Glauben und setzen sich aus Nächstenliebe für andere ein. Dasselbe gilt für die AnhängerInnen anderer Religionen. Viele Menschen ohne konfessionelle Bindung praktizieren Solidarität als Konsequenz einer humanistischen Orientierung. Aber alle eint die Suche nach Wegen, wie wir die Gewalt, die Unterdrückung und den Hass in dieser Welt überwinden können. Mit Hoffnung, Mut und Zuversicht.

    Wir möchten Ihnen gerade angesichts der überzogenen Kritik Mut machen, sich auch in Zukunft deutlich zu gesellschaftlichen und politischen Fragen zu äußern.

    Wir wünschen uns Kirche, die auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zivile Opfer in Afghanistan genauso hoch bewertet wie Terroropfer im Westen. Wir wünschen uns Kirche, die Volkskirche nicht damit verwechselt, der Mehrheit oder den Mächtigen nach dem Munde zu reden, wenn sie ethische Maßstäbe verletzen. Wir wünschen uns Kirche, die deutlich hörbar ist, wenn Menschenwürde verletzt, Frieden bedroht und Natur zerstört wird. Mit Ihrer Biographie und Ihren klaren Worten zu Afghanistan haben Sie uns Hoffnung gemacht, dass Sie Ihr Amt als Ratsvorsitzende der EKD in diesem Sinne begreifen. Bitte wissen Sie uns dabei an Ihrer Seite.

    Mit herzlichen und hochachtungsvollen Grüßen,

    Arvid Bell, grüner Parteirat

    Agnieszka Malczak MdB, Abrüstungspolitische Sprecherin

    Sven Giegold MdEP, Mitglied der Präsidialversammlung DEKT

    Felix Pahl, Sprecher Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales

    Christian Brugger, Kreisverband Tübingen

    Jan Philipp Albrecht MdEP

    Katja Dörner MdB, Sprecherin für Familien- und Kinderpolitik

    Winfried Hermann MdB, Sprecher für Sportpolitik, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

    Anton Hofreiter MdB, Sprecher für Verkehrspolitik

    Thilo Hoppe MdB, stellv. Vorsitzender des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; stellv. Mitglied der Synode der EKD

    Uwe Kekeritz MdB, Sprecher für Gesundheit in Entwicklungsländern

    Katja Keul MdB, Parlamentarische Geschäftsführerin

    Sven-Christian Kindler MdB

    Maria Klein-Schmeink MdB, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte

    Sylvia Kotting-Uhl MdB, Atompolitische Sprecherin

    Agnes Krumwiede MdB, Kulturpolitische Sprecherin

    Monika Lazar MdB, Sprecherin für Frauenpolitik & für Strategien gegen Rechtsextremismus

    Beate Müller-Gemmeke MdB, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte

    Friedrich Ostendorff MdB, Agrarpolitischer Sprecher

    Lisa Paus MdB

    Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn MdB, Rentenpoltischer Sprecher

    Viola von Cramon MdB, Sprecherin für Auswärtige Beziehungen der EU

    Memet Kilic MdB, Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik

    Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied des Bundesvorstands, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags

    Filiz Polat, MdL, Niedersachsen Europapolitischer Sprecherin

    Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt

    Daniel Köbler, Landesvorstandssprecher Rheinland-Pfalz

    Chris Kühn, Landesvorsitzender Baden-Württemberg

    Daniela Schneckenburger, Landesvorsitzende Nordrhein-Westfalen

    Birte Gäth, Sprecherin Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales

    Sybille Mattfeldt-Kloth, Sprecherin Bundesarbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen

    Gesine Agena, Sprecherin Grüne Jugend

    Karl Bär, Beisitzer Bundesvorstand der Grünen Jugend

    Stefan Lange, Bundesschatzmeister Grüne Jugend

    Maximilian Plenert, Beisitzer im Bundesvorstand der Grünen Jugend

    Rasmus Andresen MdL, Schleswig-Holstein

    Sigrid Beer MdL, NRW, Sprecherin für Bildungs-, Kirchenpolitik und Petitionen

    Angela Dorn MdL, Hessen

    Clara Herrmann MdA, Berlin

    Helge Limburg MdL, Niedersachsen, rechtspolitischer Sprecher

    Christian Meyer MdL, Niedersachsen

    Stefan Ziller MdA, Berlin

    Verena Schäffer, Sprecherin der Grünen Jugend NRW

    Sven Lehmann, Landesvorstand NRW

    Ines Eichmüller, Präsidium Bundesfrauenrat

    Wilhelm Achelpöhler, KV Münster, Grüne Friedensinitiative

    Peter Alberts, Kreisverband Münster

    Dennis Bartel, Kreisverband Gelsenkirchen

    Gerd Bertling, Kreisverband Münster

    Marcus Blumtritt, Kreisverband Hannover

    Erika Buntrock, Berlin-Marzahn

    Ernst-Gottfried Buntrock, Ev. Pfarrer. i. R., Berlin-Marzahn

    Uli Cremer, Grüne Friedensinitiative

    Martina Denkner, Ortsverband Bad Driburg

    Katharina Dröge, Kreisverband Köln

    Ario Ebrahimpour Mirzaie, Landesverband Berlin

    Gisela Falke, Ortsverband Bad Driburg

    Herbert Falke, Sprecher Kreisverband Höxter, Pfarrer

    Andreas Graichen, Kreisverband Traunstein

    Sonja Grigat, Kreisverband Berlin-Pankow

    Kathrin Henneberger, Kreisverband Köln

    Hasret Karacuban, Arbeitskreis Grüne MuslimInnen

    Georg Kössler, Kreisverband Neukölln

    Anne Levin, Dörverden

    Dr. Claudia Levin, München

    Editha Masberg, Berlin

    Peter Meiwald, Kreisverband Ammerland, Parteirat Niedersachsen

    Max Pichl, Kreisverband Mainz

    Tim Rauschan, Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg

    Anne Spiegel, Parteirat Rheinland-Pfalz

    Jan Frederik Wienken, Landesfinanzrat Niedersachsen

    Nils Wiechmann, Landesparteirat Rheinland-Pfalz

    Klaus-Dieter Wilde, Kreisverband Bad Driburg

    Martina Wilde, Presbyterin / Mitglied der Kreissynode – Kirchenkreis Paderborn, Bad Driburg

    Ali Onur Firat, Kreisverband Odenwald-Kraichgau

    Joachim Schaefer, Pastoralreferent

    Sonja Rothweiler, Kreisvorstandsmitglied und Presse KV karlsruhe-Land

    Michael Schmitt, Kreisverband Aachen (Brüssel)

    Florian Rakers, Kreisverband Jena

    Jörg Rutzen, Vorstand OV Grünen Ronnenberg

    Anne Klatt, Greifswald

    Arnd Grewer, Kreisverband Kreuzberg-Friedrichshain

    Matthias Schneider, Vorstand OV Duisburg-West

    Ingmar Wichert, Mitglied des Rates der Stadt Witten, Mitglied des Kreistages des Ennepe-Ruhr-Krieses

    Eva Bell, KV Steglitz-Zehlendorf

    Cornelia Hecker, parteilose Bürgerin

    Dr. Helmut Blöcker, Agnostiker, Kreisverband Braunschweig

    Cornelia Albrecht, Kreisverband Hochtaunus

    Holger Miska, Kreisverband Ennepe-Ruhr

    Werner Meincke, Verden

    Matthias Zöller, Mainz

    Felix Anderl, Beisitzer im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND BaWü

    Christopher Ramm, KV Erfurt

    Ulrich Schneider, Kreisvorstand Heilbronn

    Nadine Ansorg, KV Friedrichshain-Kreuzberg

    Hans-Jürgen Kapust, Kreisverband Düsseldorf

    Karen Haltaufderheide, KV Ennepe-Ruhr, Sprecherin LAG Soziales NRW

    Ingrid Koch, Geschäftsführerin KV Lippe

    Evita Haupt, Kreisverband Limburg-Weilburg

    Dirk Jacobi, KV Pankow

    Dora Pfeifer-Suger, Gemeinde- und Kreisrätin, KV Breisgau-Hochschwarzwald

    Julian Urban, KV Bonn

    Helmut Windolph

    Susanne Ott, Ratsfrau Düsseldorf, Grüne Düsseldorf

    Ralf Henze, Koordination Grüne Linke, KV Odenwald-Kraichgau

    Jan Marczona, Kreisvorstand Tübingen

    Michael Musil, Schatzmeister KV Westerwald

    Thomas Blankenburg, KV Ilm-Kreis

    Manfred Lorentschat, Bürgermeister KV Oberhausen

    Ulrich Kasparick, Parl. Staatssekretär a.D.

    Horst Schiermeyer, Sprecher OV Zittau

    Dieter Kunert, Vorsitzender Kreisverband Grafschaft Bentheim

    Stefan Jope, Stv. Vors. Landesschiedsgericht NRW

    Anna Hanusch, OV-Sprecherin Neuhausen-Nymphenburg, München

    Dániel Fehér, OV Brüssel; Lehet Más a Politika – Politics Can Be Different (Ungarn)

    Susanne Hoffmann-Maier, Kreisvorstand Darmstadt-Dieburg

    Oliver Hildenbrand, Landesvorsitzender der Grünen Jugend Baden-Württemberg, KV Main-Tauber

    Hans Christian Markert, Kreistagsabgeordneter, KV Rhein-Kreis Neuss

    Ingo Mayer, Kreisverband Mainz

    Petra Arndt, KV Lippe

    Dr.Neumann-Schönwetter, OV Norden

    Börje Wichert, Sprecher Bündnis 90/Die Grünen Bezirksverband Ruhr, KV Ennepe-Ruhr

    Florian Hassler, KV Böblingen

    Markus Mezger, KV Hochtaunus

    Tarik Drissi, KV Mainz

    Jens Reichmann, KV Leipzig

    Manfred Peters

    Merfin Demir, KV Mettmann

    Jochen Petzschmann, KV Mettmann

    Klaus Strzyz, KV Main-taunus

    Claus-Jürgen Dietrich, KV Anhalt-Bitterfeld

    Hardy Kurze

    Heiko Kuschel, Pfarrer Citykirche Schweinfurt

    Michael Hohagen, Sprecher KV Wuppertal

    Andrea Swoboda, Sprecherin B90/Grüne Bezirk Ruhr, Fraktionssprecherin KV Bottrop

    Matthias Pätzold

    Lars Andersen, KV Hamburg-Altona

    Mathias Kraatz, Bezirksverordneter, Bündnisgrüne Pankow

    Charlotte Schneidewind-Hartnagel, KV Odenwald-Kraichgau

    Jürgen Suhr, Landesvorsitzender, Landesverband Mecklenburg Vorpommern

    Alma Fischer, Breisgau-Hochscgwarzwald

    Heiko Tollkien, KV Bielefeld

    Marit v. Ahlefeld, Kreisverband Düsseldorf

    René Baumann-Jacobs, Kreisverband Köln

    Sylvia Meyer, KV Wuppertal

    Jacqueline Förster, Bürgerin, Düsseldorf

    Ulrich Buddeberg, Sachk. Bürger, KV Hagen

    Jörg Bischof, Stadtrat, Kreisverband Tübingen

    Michael Körner, Vorstand KV Ettlingen

    Stefan Geisler, Odenwaldkreis

    Bettina Brücher, Stadtverordnete Wuppertal

    Cornelia Dunsing, Haltern am See

    Wilfried Rupflin, Dortmund

    Unterstütze den offenen Brief:

    http://www.peacenow.eu/

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