Netzgestöber II
Mai 5, 2009 14 CommentsIm Internet ausgebuddelt und festgepinnt, inkl. eines Doppellobes an die WAZ.
Ja. Lob. An die WAZ. Gleich zwei Mal.
Die Konkurrenz
In Gelsenkirchen bloggen nicht nur die internetaffinen Grünlinge sondern mehr oder weniger neuerdings auch Teile der politischen Konkurrenz. Unter dem Titel “Der rote Emscherbote” kann man nun das Blog der “Linken Alternative” finden. Das sind die die früher mal die PDS waren, im Stadtrat die Fraktion der “LINKEN” stellen (als welche sie aber nicht mehr fungieren dürfen) und unter dem Logo einer roten Banane erneut zur Kommunalwahl antreten.
Unter “politicyear” ist hingegen ein Blog zu finden welches derzeit mehr Wahlkampf für die SPD leistet als der ganze restliche Unterbezirk zusammen. Der junge Taner Ünalgan ist frisch im Soziversum angekommen und das merkt man. Etwas unreflektiert gegenüber der eigenen Truppe aber dafür sehr leidenschaftlich und überzeugt, schafft es der junge Neujuso mehr Webtrubel für seine Partei zu machen als alle anderen “Netzlappen” der SPD Gelsenkirchen zusammen.
Vom Rest der Konkurrenz ist allerdings wenig bis gar nichts zu sehen. Allenfalls die CDU überrascht mit einer gefälligen Homepage für ihren OB-Kandidaten Mörs. Getreu jener Mörs-Devise mit welcher er uns Anfang des Jahres alle von den Socken gehauen hat (“das Mögliche möglich machen!”) hat die CDU endlich mal das Mögliche möglich gemacht und eine adrette Webpräsenz programmieren lassen. Darüber freut sie sich so sehr das sie den Hinweis darauf schon seit Wochen auf ihrer Kreisverbandsseite sticky hat. Sogar Partizipationsmöglichkeiten gibt es. Zwar keine öffentliche Kommentarfunktion, das wäre wohl zu extravagant gewesen, sondern ein lauschiges Kummerkastensystem mit welchem der CDU-Wähler seine “Anregungen” an Herrn Mörs senden kann. Wenn ich das richtig verstanden habe erzählt er den ganzen Käse dann dem Bundespräsidenten.
Gewerkschaften und so
Positiv zu verzeichnen ist das die GEW etwaige Kooperationen mit der Bertelsmannstiftung für die Zukunft ausgeschlossen hat. Eher schade hingegen wie naiv der DGB wieder zum ersten Mai Seite an Seite mit der SPD marschiert ist – während Bundestagskandidaten derselben Truppe derzeit ihre Wahlhelfer als Billig-Praktikanten beschäftigen. Bevor mir jemand vorwirft ich würde wieder zu einseitig sein: Die Stellungnahme von Herrn Böhning klärt da tatsächlich einiges auf und es wird uns differenziert dargelegt das Herr Böhning keine Menschen ausbeuten, sondern nur studierende Besserverdienerkinder beschäftigen will.
Kommentare bei Böhning kann man sich übrigens schenken. Sie werden, wenn allzu kritisch, notorisch gelöscht. Auch Hinweise auf Löschungen werden dort gelöscht. Die Praktikanten leisten wirklich ganze Arbeit für ihr Geld.
Verflixt und zugebloggt
Das Blog “Hometown-Glory” hat nicht nur (schon ein paar Tage) einen Sieg gegen Pro Gelsenkirchen zu verzeichnen, sondern scheint auch neugierig auf unsere Irene geworden zu sein. “Wer ist diese Irene?” fragt er. Die Antwort ist eigentlich einfach HT, frag sie doch einfach, sie bloggt zum Beispiel hier ![]()
Die “Ruhrbarone” hingegen stellen fest “Zensursula ist nicht allein” und wundern sich darüber das die SPD-Twitterer sich allesamt so gebärden als wäre ihre Partei gegen die Internetzensur von Frau von der Leyen – während ihre Partei genau diese Zensur nun mit der CDU beschließen will. Gegen dieses Gesetz gibt es übrigens auch eine Onlinepetition die schon rasenden Zulauf findet.
Lob für die WAZ
Einer der besten Blogger der Stadt bloggt gar nicht sondern wird fürs Schreiben bezahlt. So eine Gemeinheit. Dank dem (loc)kalreporter wissen die GelsenkirchenerInnen nun das unsere Spitzenkandidatin für die Europawahl nicht Iris Berben ist. Für diese Präzisierung der Botschaft ihrer Produkte sollte die zuständige Werbeagentur schnellstens eine anteilige Bezahlung an den Schreiberling schicken.
Viel wichtiger aber ist eine andere Entwicklung bei der WAZ bzw. bei derWesten.de. Wenn uns nämlich nicht alles täuscht sind im entsprechenden Lokalteil bis heute keine weiteren Meldungen mehr aufgetaucht welche ein verzerrtes Gesamtbild über die Zusammenhänge von Kriminalität in Migranten liefern. Über die zugrundeliegende Schwierigkeit wurde hier seinerzeit berichtet.
Es ist eine schöne Erkenntnis das ein simpler gut argumentierter Hinweis adressiert an vernünftige Menschen schon zu einem positiven Ergebnis führen kann.
Manchmal geht es eben auch ohne Politgetöse.
Herzlichen Dank an die betreffenden Mitarbeiter der WAZ.

Supi, danke für den Hinweis auf den Blog von Knut Maßmann
Und das die WAZ lernfähig ist, ist auch toll!
Gerne, gerne *verbeug*
Ihre Aussage: “Kommentare bei Böhning kann man sich übrigens schenken. Sie werden, wenn allzu kritisch, notorisch gelöscht. Auch Hinweise auf Löschungen werden dort gelöscht. Die Praktikanten leisten wirklich ganze Arbeit für ihr Geld.” entspricht nicht der Warheit. Alle Kommentar sind noch auf der Seite http://www.bjoern-boehning.de zu finden. Soviel zum Thema “einseitig sein”! Selbst der angeblich Betroffene hat in den Kommentaren mittlerweile bestätigt das keiner der Kommentare gelöscht wurde und Sie damit nachweißlich auf ihrem Blog lügen!
P.S. Nun wollen wir mal sehen wie ehrlich Sie wirklich sind, oder ein reiner Populist!
Lieber Sebastian, ich habe selbst einen Kommentar zu dem verlinkten Beitrag geschrieben welcher nun dort nicht mehr zu finden ist. Übrigens auch nicht per Suchfunktion. Hätte ich natürlich gewusst das die Löschung von Kommentaren auf ihrer Webseite üblich ist, hätte ich einen Screenshot angefertigt. Ich war allerdings so naiv dies nicht anzunehmen.
Als Betroffener kann ich ihre Aussage somit nicht bestätigen, korrigiere mich natürlich aber sofort wenn Sie so hilfreich wären und meinen entsprechenden Kommentar in ihren HP-Eingeweiden aufstöbern. Ich habe ihn unter Klarnamen verfasst, es dürfte also nicht so schwer sein.
Bis dahin kann ich jedem nur raten kritische Kommentare auf Böhning.de (sofern sie einem wichtig genug sind) beim Zeitpunkt der Absendung kritisch zu kommentieren, alternativ sich den Kommentar zu schenken.
Das ist etwas mit dem Sie eigentlich ausgehend von ihrer Position gut leben können sollten.
Abgesehen davon das sie sich dann den Lügevorwurf künftig anderswo schenken müssen, aber das schaffen Sie schon.
Mein P.S.:
Selbiger Affenzirkus fand schon auf Böhnings “Unterstützerliste” statt. Ich erkläre mir das mit unterschiedlichen Ansätzen zum Gebrauch von Webauftritten aber vielleicht können Sie das ja mal aufklären.
Immer wieder ein Erlebnis hier…
Dem stimme ich zu. Der von mir monierte Kommentar ist übrigens wieder aufgetaucht.
Vielen Dank an Sebastian und ganz viel Danke an Taner mit dem ich solche Debatten noch nie haben musste
Das können wir ganz schnell ändern, wenn du magst, du Lügner
.
Ich lüge sicher nicht, finde den Vorwurf auch absurd und von der betreffenden Person auch sehr gewagt. Doch das beste was Du bei solchen Sachen eben machen kannst ist freischalten und ggf. dokumentieren (Tip).
Die Ursache für so ein Verhalten ist halt immer das manche das Netz nur als Präsentationsplattform betrachten und nicht als Partizipationsplattform. Aber ich denke das wird sich in den nächsten Jahren legen.
Huhu!
ich habe jetzt den Pingback zu diesem Artikel von euch schon 5X bekommen! Stimmt da was mit den Einstellungen im Blog etwas nicht?
Gruß
Malte
Ähm. Gute Frage. PatJeeee! *kreisch*
Hmm.. kann ich mir jetzt spontan auch nicht erklären, denn selbst bei Änderungen dürfte der ja nicht nochmal anpingen und bei den Trackbacks unter dem Artikel steht dein Blog auch schon dabei.
[...] und zum Abschluss noch ein passendes Video und die Hoffnung, das Sie, falls Sie die Wahl gewinnen, das Mögliche möglich machen [...]