Pressemitteilungen aus dem Baukasten

Nach einigem Stöbern bin ich mal wieder auf der Homepage der SPD-Ratsfraktion vorbeigesurft. „Schon wieder SPD!“ mögt ihr denken, aber ich kann nix dafür das die besten Schenkelklopfer derzeit von den Genossen kommen. Die Internetseite der SPD-Ratsfraktion ist wenig ansprechend und wird von den Sozialdemokraten immer ein wenig versteckt gehalten. Doch es gibt sie. Im Prinzip ist sie eine Auflistung aller Pressemitteilungen welche der SPD-Ratsfraktion so im Verlaufe ihrer Tätigkeit so einfallen. Zu finden ist sie HIER.

Nun, folgerichtig kann es hier somit auch nur um Pressemitteilungen gehen, denn ich bin dort auf etwas Interessantes gestoßen. Lest mal hübsch weiter, es gibt sogar für euch 20 Euro zu gewinnen wenn ihr mögt…

Denn am 09.04.2009 wurde von eben dieser SPD-Ratsfraktion nicht nur die bereits erwähnte Retourkutsche an Irene herausgeschossen sondern ebenfalls eine PM bezüglich der CDU. Und jetzt kommen wir zum Kern der Sache. Schaut euch einmal beide Pressemitteilungen aufmerksam ein, einmal die zu den GRÜNEN und einmal die zur CDU.
Das die Sozen gegen uns, ihren derzeitigen hochgeschätzten Kooperationspartner, giftig schießen während gegenüber den Schwatten wortwahltechnisch Kuschelkurs gefahren wird ist dabei schon weniger interessant – obwohl sich natürlich hier schon wieder die von mir als abgekaspert prognostizierte „Große Koalition 2009“ unter Oberbürgermeister Norbert Baranowski bzw. Frank Mörs aus dem Schatten schält.
Nein, wirklich interessant ist die strukturelle Ähnlichkeit der beiden Pressemitteilungen.

Sie bestehen eigentlich beide aus denselben Begriffsbausteinen:
SPD-Ratsfraktion gegen…; Pruin/Härtel; Kritisieren/wenig Gegenliebe; Einerseits positiv…; aber/andererseits; Vorfestlegung; Ergebnisoffen

Dies, in verschiedenen Formulierungen, scheint die Kernformel für Pressemitteilungen der SPD vom 09. April zu sein. Öffentlichkeitsarbeit mit dem Baukasten. Politische Aussagen per multiple choice Verfahren. Malen nach Zahlen. Das beide Äußerungen dabei noch aussagen das die SPD keinerlei Vorstellungen zu besagten Sachverhalten zu haben behauptet, ist dabei schon wieder eine amüsante Petitesse. Als ob ausgerechnet die Sozialdemokraten keine Pläne mit hiesigen Energieversorgern oder zu der Verteilung von Konjunkturpaketgeldern hätten. Ja nee, is klar.

Aber ich schweife ab. Ich bin viel mehr von der Art der Öffentlichkeitsarbeit fasziniert. Man könnte meinen die Sozialdemokraten hätten vor einer Woche keine Pressemitteilungen herausgegeben weil sie Anlass dazu hatten, sondern hätten vielmehr Anlässe gesucht Pressemitteilungen heraus zu geben. Ach ja, ist ja Wahlkampf.

Gut, was kann man mit diesem Setzkasten denn noch anstellen? Hier ein Vorschlag von mir:
SPD-Ratsfraktion gegen Vertragsverlängerung mit Kevin Kuranyi
Auf Kritik stößt bei der SPD die sich abzeichnende Vertragsverlängerung von Kevin Kuranyi bei Schalke 04. Dr. Klaus Härtel:
Bei aller Sympathie zu Kevins aktueller Torquote bin ich von der sich abzeichnenden Vertragsverlängerung des FC Schalke 04 überrascht. Es ist Position der SPD ergebnisoffen die Marktlage für Mittelstürmer zu analysieren. Die Verpflichtungsoptionen mit anderen möglichen Leistungsträgern sollten nicht leichtfertig vertan werden. Insofern empfinden wir diese Vorfestlegung des Vereins als bedauerlich.

Hübsch ne? Könnte man genauso an die WAZ schicken, die könnten ob der sozialdemokratischen Originalität das Ding überhaupt nicht vom Original unterscheiden.
Und weil ich so von meiner Entdeckung der SPD-Formel begeistert bin setze ich noch einen drauf:

Schreibt mir eure seriösen/witzige/bissige Pressemitteilungen nach SPD Formel unten in die Kommentarfunktion. Als Formel gelten die oben aufgezählten Kernelemente, Reihenfolge und Formulierungen sind da eher egal. Bei mindestens 5 Teilnehmern lobe ich eine Geldprämie von 20 Tacken aus, welche ich höchstselbst übergeben werde. Maßstab zur Bewertung ist und bleibt ausschließlich meine gute Laune und mein erlesener Geschmack. Das heißt, ich entscheide was mir am besten gefällt und wofür ich latze. Aber latzen tu ich, großes Ehrenwort.
Einsendeschluß ist der 15 Mai 2009. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und jetzt guck ich mal wieviele Exemplare ich dieser Formelanwendung noch bei den Sozialdemokraten finde…

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Dennis Bartel ist zwei Jahre lang in der WASG/PDS gewesen und fand 2007 seinen Weg zu den Grünen. Er kandidierte zur Kommunalwahl 2009 auf Platz 8 der Ratsreserveliste. Beruflich ist er Angestellter im handwerklichen Bereich.

2 Kommentare

  1. Dennis Blog (Aspen in GE) » Dennis verschenkt Geld sagte am  April 16th, 2009   12:48

    [...] Wie ihr in den Genuß von 20 hart von mir erschufteten Mäusen kommt erfahrt ihr HIER [...]

  2. Taner sagte am  Mai 1st, 2009   23:57

    Auch wenn es nicht so aussieht, als würde das was mit den 5 TeilnehmerInnen werden, es ist mir eine Ehre:

    “SPD-Ratsfraktion gegen Missbrauch von Schloss Horst durch ProNRW

    Gelsenkirchen. Für den Landesparteitag von ProNRW hat die rechtsextreme Partei angekündigt, Schloss Horst als Veranstaltungsort zu nutzen. Dr. Klaus Härtel, Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion, bekennt sich glasklar gegen diesen Missbrauch von historischen Plätzen und kritisiert die Realitätssicht von Pro:”Auf wenig bis garkeine Gegenliebe stößt bei uns der Antrag von ProNRW, Schloss Horst zu mieten, deshalb werden wir den Antrag auch garantiert ablehnen und hoffen, dass die anderen Fraktionen mitziehen werden. Vielleicht entscheidet sich auch der ProGelsenkirchen-Vorsitzende, Kevin “Gerry” Hauer dazu, gegen den Antrag aus der eigenen Partei zu stimmen – das Ergebnis ist offen.” Obwohl der Ratsfraktion offenbar klar ist, dass die Nazis hier kein Fuß fassen dürfen, äußerst sich Pruin positiver:”Wir werden den Antrag zwar ablehnen, aber das werden sie verklagen und vielleicht auch Recht bekommen. Ich will mich nicht vorher festlegen, das wäre unsportlich.” so Pruin und weiter: “Aber ich glaube, dass das einerseits auch positiv wäre, da sicher Menschenmassen den Braunen zeigen könnten, dass sie nicht toleriert werden, andererseits brauchen wir das nicht immer wieder erneut zu beweisen, die Nazis können auch in ihren Löchern bleiben und ihren Parteitag auf irgendwelchen Klos ausrichten!”"

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