Albrecht Müllers Meinungsmache
Gestern Abend stellte der Erfolgsautor von den “Die Reformlüge” und Mitbegründer der Nachdenkseiten Albrecht Müller auf Einladung von Ver.di, IG Metall und VHS Gelsenkirchen sein neues Buch “Meinungsmache” vor.
Regelrecht im Überflug führte er in das Thema des Buches ein. Anhand von zahlreichen Zeitungsartikeln, Diagrammen und Statistiken untermauert er seine These, dass eine untereinander gut vernetzte Gruppe von Interessensträgern und Lobbyisten gezielt die öffentliche Meinung steuern, um den Sozialstaat zu demontieren und Profite zu Lasten der Arbeitnehmer, Steuerzahler und Transferempfängern wie Arbeitslosen und Rentnern zu erzeugen und zu sichern. Auf die meisten Medien kann man sich nicht mehr verlassen, um sich statt dessen über die Tatsachen zu informieren, und die statt dessen Vieles von dieser gesteuerten öffentlichen Meinung verbreiten, so z. B. Der Spiegel und die Zeit. So bleibt nur der mühsame Weg, Informationen so oft es geht zu vergleichen und die wenigen seriöseren Medien zu lesen. Mit “Bauchschmerzen” nennt Müller u. a. die Frankfurter Rundschau und den Freitag.
Sehr treffend fasste Albrecht Müller seinen Vortrag mit Goethes Erkenntnis zusammen: “Mit dem Wissen wächst der Zweifel.”
Wer mehr Einzelheiten wissen will oder auch an Müllers These zweifelt – was einige Zuhörer im Saal durchaus taten -, sollte einfach das Buch lesen. ‘ lohnt sich sicher!

Teure Meinungsmache
Trash-Talkshows mit üblen Beschimpfungen, Dschungelcamps mit Ekelfaktor, “Graf sucht Bauer”, “Richter Alexander Unhold” – so oder ähnlich heissen Unterhaltungsshows der härteren Sorte. Auch in Sachen Politik sind wirklich kritische Beiträge die Ausnahme, wie Albrecht Müller in seinem neuen Buch anschaulich zeigt. Gezielte Meinungsmache bestimmt die demokratische Willensbildung. Wer das Geld hat, findet Mittel und Wege der medialen Beeinflussung. Doch man kann sich immer noch aus verschiedenen Quellen informieren und so manche teure “Gewissheit” begründet anzweifeln: “Wenn wir unserer Regierung zum Beispiel nicht so treuherzig abgenommen hätten, jede Bank sei systemrelevant, dann hätten wir Milliarden sparen können, vermutlich in der Größe eines gesamten Bundeshaushalts. Der Begriff „systemrelevant“ steht für die teuerste denkbare Manipulation. Wir schlucken heute solche Zumutungen. Das Buch „Meinungsmache“ soll den Widerstand dagegen stärken.”
Mittlerweile regt sich der Verdacht, dass auch das Internet im Sinne von Meinungsmacht und Meinungsmacherei kontrolliert werden soll. Ein notwendiges und sinnvolles Buch eines erfahrenen Autors (“Die Reformlüge”) und Politikers.Vielleicht der einzige Nachteil ist die überwiegend schwarz-gelbe Aufmachung. Doch auch das sollte von der Lektüre keineswegs abhalten. Weiterlesen
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