Versprechen der Armutsbekämpfung ernst nehmen
Eine neue Kampagne von ONE fordert dazu auf, sich vor der Wahl schon für die Einhaltung der Versprechen zur Amutsbekämpfung einzusetzen:
Zur Seite von ONE geht es hier. Das Grüne Bundestagswahlprogramm sagt zu den Millenium Entwicklungszielen im übrigen folgendes:
Wir wollen die Millenniums-Entwicklungsziele der UN schnellstmöglich umsetzen und kämpfen weiter dafür, bis 2015 Armut und Hunger in der Welt wenigstens zu halbieren. Dafür müssen die OECD-Länder endlich bis 2015 – wie bereits 1970 vereinbart – 0,7 Prozent ihres Bruttosozialproduktes für die Entwicklungszusammenarbeit einsetzen und besonders die Partnerschaft mit Afrika intensivieren. Wir wollen innovative Finanzierungsinstrumente wie die Finanzumsatzsteuer und die Flugticketabgabe einführen. (S. 208 – im PDF 106)
Weltrekord gebrochen
Seit gestern ist offiziell, dass der Weltrekord beim Stand Up gegen Armut deutlich gebrochen wurde: 117 Millionen Menschen standen vom 17. bis 19. Oktober auf, um damit ein Zeichen gegen Armut und für die UN – Milleniumsziele zu setzen.
Die meisten Menschen sind in Asien aufgestanden (73 Millionen), in Afrika waren es fast 25 Millionen, in den arabischen Staaten knapp 18 Millionen und in Europa und Nordamerika 1,1 Millionen. (Quelle)
Dies sind damit fast 2% der Weltbevölkerung. Ganz so groß war die Beteiligung in den westlichen Ländern nicht
In Deutschland standen 127.017 Menschen auf. Mehr zu den internationalen und deutschen Aktionen im Blog von Deine Stimme gegen Armut.
Besuch der „Indienhilfe Bottroper Realschüler” – Auf eine gute Zusammenarbeit!
Am 11.07.2008 besuchte Prälat Rolf Linse die Grüne Jugend, um uns die „Indienhilfe Bottroper Realschüler” in einem Dia-Vortrag vorzustellen. Bei Kaffee bzw. Tee und Gebäck ist unsere kleine aber gemütliche Runde von 7 Mitgliedern (Kevin, Patrick, Katha, Simon, Johanna, Frauke und Ada) rund drei Stunden den Ausführungen des engagierten Pfarrers gefolgt, wobei persönliche Nachfragen am Ende der Veranstaltung den Einblick in die Arbeit der Organisation vertieften.

Präsentation von Prälat Rolf Linse
Wie es zum Kontakt kam
Ada hat Prälat Linse rein zufällig an seinem wöchigen Marktstand während eines Bottroper Stadtfestes angetroffen und kam mit ihm ins Gespräch. Dabei wurde festgehalten, dass eine Zusammenarbeit erstrebenswert sei und Kontakt miteinander aufgenommen werden soll. Daraufhin gab es einen kurzen Briefwechsel bis ein Termin für den Dia-Vortrag gefunden wurde.
Der Dia-Vortrag
Bei unserem Treffen hat Prälat Linse, der über 20 Mal selbst in Indien bei den Projektstationen vor Ort war, die „Indienhilfe Bottroper Realschüler” lange und detailreich vorgestellt und damit der Grünen Jugend Gelsenkirchen ein genaues Bild von ihrem Engagement vermittelt. Dabei waren besonders die Dia-Bilder eindrucksvoll, die einerseits die von starker Armut bzw. Behinderung betroffenen Inder in einer bewundernswerten Zufriedenheit angesichts ihrer Lebensumstände zeigten und andererseits den rasanten Fortschritt bei dem Bau von verschiedenen Einrichtungen dokumentierten. Besonders reizend fanden wir die Geste des Prälats, jedem von uns einen kleinen Jute-Elefanten-Anhänger zu schenken und uns ausführliche Broschüren auszuhändigen.

Ein Elefant als Gastgeschenk
Das Profil der „Indienhilfe Bottroper Realschulen”
Hier ein paar interessante Informationen aus dem Vortrag:
- Die Indienhilfe betreibt 59 Hilfsprojekte in 10 indischen Staaten. Dabei ist es für die in katholisch-kirchlicher Trägerschaft stehende Organisation nicht von Bedeutung, welchem Glauben die Bedürftigen anhängen. Die Spenden kommen gänzlich in den Projekten an, denn die Überweisungskosten trägt das Bistum Essen.
- Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung von indischen Menschen mit Behinderung: Mit 11 Ausbildungsstätten mit zum Teil auf eine bestimmte Behinderung ausgerichteten Einrichtungen wird Gehörlosen, Blinden und körperlich Behinderten eine berufliche Ausbildung ermöglicht, die sie wieder in die Gesellschaft eingliedern soll. Geistig behinderte Menschen werden so weit es geht geschult und gefördert und leben oftmals in Internaten.
- Neben einer Behinderung ist das Geschlecht ein bedeutender Grund für den sozialen Abstieg in Indien. Mädchen und Frauen haben eine kaum vorstellbare Diskriminierung zu erleiden, sie werden als Menschen „zweiter Klasse” betrachtet. Obwohl es gesetzlich verboten ist, werden Hochzeiten immer noch arrangiert und an der Mitgift ausgerichtet; besonders grausam sind daher die Mitgift-Morde an jungen Bräuten. Deshalb legt die Indienhilfe in ihren 7 Schulen und 10 Internaten darauf wert, dass mindestens 50 % der Schüler weiblich sind. Staatliche Schulen hingegen werden mit einem Mindestanteil von 80% von männlichen Schülern dominiert. Selbst die indischen Regierungen erkennen die Besonderheit der Schulen der Indienhilfe mit Auszeichnungen an.
- Die Bedeutung von Schulen und einer nachhaltigen (Grund-)Bildung ist besonders dann erkennbar, wenn man bedenkt, dass in Indien Hunderte von geografisch gebundenen Sprachen gesprochen werden. Mit der Erlernung von Englisch und Hindi sind eine indienweite und behördliche Verständigung und der Zugang zu einer höheren Schule möglich. Ein besonders schönes Beispiel nannte uns Prälat Linse von einem armen behinderten Jungen, der es bis zum Musikprofessor an einer Hochschule geschafft hatte.
- Da es in Indien keine gesetzliche vorgeschriebene Krankenversicherung gibt und die medizinische Versorgung für die Armen nicht zu bezahlen ist, hat die Organisation 8 Betten in einem Krankenhaus „gekauft”, so dass hier 400 Patienten im Jahr unentgeltlich versorgt werden können. Auch wurde das Medizinstudium von 3 Ordensschwestern finanziert, denen auferlegt wurde, Bedürftige kostenlos zu versorgen.
- Mit dem Bau von neuen Einrichtungen oder dem Ausbau bestehender Komplexe wird besonders auf dem Land Tagelöhnern für mehrere Monate eine gut bezahlte Arbeit geboten, so dass der positive Effekt der Baumaßnahmen auch den Menschen zugute kommt, die nicht direkt von den Einrichtungen profitieren.
- Die Indienhilfe vermittelt mit ihrer Arbeit ein Verständnis von Gleichheit und Hilfsbereitschaft: Jungen und Männer lernen, dass Mädchen und Frauen auch Würde haben und gleichberechtigt sind, Inder mit Behinderungen werden in ihr Heimatdorf integriert, wohlhabende Dorfbewohner spenden regelmäßig Nahrung an die Bedürftigen in ihrem Ort.An dieser Stelle sei das Bespiel genannt, dass ein Vater, der seine beiden Töchter nicht auf eine Schule schicken wollte, zumindest seinen Sohn, der eine Schule der Indienhilfe besucht, damit beauftragt hat, ihnen die Grundzüge in Sprache und Mathematik nach der Schule Zuhause beizubringen.

Die Zusammenarbeit
Die Grüne Jugend Gelsenkirchen hat in ihrer Zusammenarbeit mit der „Indienhilfe Bottroper Realschüler” ihr Hauptaugenmerk auf die Felder Bildung und Frauenförderung gelegt und möchte mit ihren Spenden und Möglichkeiten gezielt die entsprechenden Projekte fördern.
Was wir planen
Bald wird es eine Collage der Indienhilfe im Schaufenster des Grünen-Büros geben. Unsere erste Zusammenarbeit wird darin bestehen, dass wir der Organisation Jute-Taschen für eine unserer Aktionen abnehmen; zu diesem Zwecke werden wir Prälat Linse an seinem Stand besuchen, der jeden Samstag am Bottroper Markt zu finden ist. Wir haben bereits eine Spendendose für die Indienhilfe eingerichtet, auf die wir bei allen unseren Aktionen hinweisen wollen. Ferner werden wir den Erlös von möglichen Fair-Trade-Verkaufsständen an die Organisation weiterleiten und besonders auf dem Neujahrsempfang der Grünen in Gelsenkirchen versuchen, über eine Tombola Spenden zu mobili-sieren. Besonders in der Weihnachtszeit wird es sich lohnen, die Jute-Figuren der Indienhilfe, die es nicht nur als Elefanten gibt, als Weihnachtsbaumschmuck zu verkaufen. Gerne arbeiten wir mit anderen Grüne-Jugend-Basisgruppen oder Organisationen zusammen, wenn sich die Gelegenheit und eine gute Idee bieten. Also einfach melden.
Ansonsten freuen wir uns, wenn die Gelsenkirchener Mitbürgerinnen und Mitbürger ihre alten (auch DM- und fremdländische) Münzen, Altmetall und (benutzte) Briefmarken in der Geschäftsstelle der Grünen abgeben, da diese Gegenstände „zu Euros gemacht” werden können, die an die „Indienhilfe Bottroper Realschulen” weitergeleitet werden.
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