Anti-Atom-Aktion in Bochum am Sonntag
noch immer ist die Situation im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ungeklärt, aber es ist eindeutig, dass Radioaktivität ausgetreten ist. Auch wenn diese Katastrophe und das menschliche Leid in Japan sicher nicht für den Wahlkampf ausgenutzt werden darf, kann man auch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und den Versicherungen glauben, dass soetwas in Deutschland nicht passieren könne.
Im Schwabenland gab es heute bereits die länger geplante Menschenkette gegen Atomenergie mit 60.000 Teilnehmern. Spontan hatten sich jedoch aufgrund der aktuellen Situation im ganzen Land Demonstrationen gebildet.
Auch wenn es mit der verschickten Aktion gegen Pro NRW morgen terminlich kollidiert möchten wir euch über eine Demonstration am Bochumer Hauptbahnhof informieren, die um 12 Uhr stattfinden wird. Organisiert wird die Demonstration durch “Aktive des alten Atombüros, des Anti-Atomplenums, des Bahnhof Langendreer und die sonstigen einschlägig Verdächtigen”, so der Aufruf bei Bochum Alternativ. Weiter heißt es im Aufruf:
“Rudolf Brun schrieb 1978 im Vorwort des Buches ‘Die Gefahren der Plutomiumwirtschaft’ über die Verantwortlichen AtommanagerInnen und -wissenschaftlerInnen: ‘Gute Realisten, die sie nun einmal sind, glauben sie an die Katastrophe erst dann, wenn sie eingetreten ist.’ Der GAU in Tschernobyl hat das widerlegt. Auch der GAU in Japan wird die Atomlobby bei uns nicht daran hindern, weiter das Leben von Millionen Menschen zu gefährden. Nur durch einen entschlossenen Widerstand lassen sie sich ihre als Gelddruckmaschinen funktionierenden Atommeiler stilllegen.”
Die 302 fährt immer um 10:59 Uhr und 11:29 Uhr nach Bochum und kommt dann um 11:31 Uhr bzw. 12:01 Uhr dort an. Alternativ ist auch die Abellio Bahn möglich, die um 11:31 Uhr am Hbf abfährt und um 11:54 Uhr dort ankommt.
Wir werden auf unserer Homepage, bei Grünes Gelsenkirchen, per Twitter und Facebook auch auf andere Termine hinweisen, aber verweisen auch auf die Seite der Kampagne ausgestrahlt, die eine Liste bundesweiter Mahnwachen anbietet.
Die Möglichkeit beide Aktionen morgen zu besuchen ist sicherlich begrenzt, aber da die Aktion in Horst bis 14 maximal 15 Uhr gehen wird, kann für aktionsfreudige Menschen durchaus die Möglichkeit bestehen, nach der Atomdemo nach Horst zu fahren. Ob dies noch lohnt, werden wir versuchen über Twitter zu vermitteln.
Schreibe einen KommentarHände weg vom Mittelmeer
Verendende Pelikane, schwarze Strände, arbeitslose Fischer … der Ölkonzern BP hat im Golf von Mexiko die größte Umweltkatastrophe seit Tschernobyl verursacht. BP hat geschlampt, getrickst, gelogen und bestochen – und aus dem Unglück offenbar nichts gelernt:
Wie jetzt bekannt wurde, will der Konzern in wenigen Wochen hochriskante Tiefseebohrungen im Mittelmeer starten. Die Ölquelle vor der libyschen Küste befindet sich 1750 Meter unter dem Meeresspiegel – noch 250 Meter tiefer als das Bohrloch der “Deepwater Horizon”!
Dabei hat uns das Desaster der letzten Monate dramatisch vor Augen geführt: Tiefseebohrungen sind so wenig beherrschbar wie die Atomkraft. Millionen Liter giftiges Öl haben den Golf von Mexiko verseucht. Und nun soll BP weitermachen dürfen als wäre nichts geschehen? Sind nach den Küsten von Louisiana und Florida jetzt die Strände von Sizilien, Tunesien, Spanien oder Griechenland dran?!
Dagegen kannst Du jetzt aktiv werden. Protestiere gegen diesen Bohrirrsinn und fordere BP auf, das Bohrprojekt im Mittelmeer sowie alle weiteren Tiefseebohrungen zu stoppen. Für Deinen Protest stellen wir Dir einen Musterbrief zur Verfügung. Schicke ihn an den Boss von BP und zeige ihm, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatenlos zuschauen, wenn profitgierige und kurzsichtige Konzerne unsere Zukunft aufs Spiel setzen!
Hier bei Meine Kampagne einloggen und Brief verschicken…
(Foto auf der Startseite: Oil Drilling Platform in the Santa Barbara CA
von Mike Baird unter CC-Lizenz)
1 Kommentar bis jetzt
Trauer und Bestürzung zur Loveparade
Die Bilder und Berichte von der Loveparade vom Samstag sind natürlich auch für uns bestürzend gewesen. Ich denke ich spreche für alle Grünen, wenn ich den Opfern und ihren Angehörigen unser Mitgefühl und Beileid aussprechen – nicht nur weil zwei der Toten aus Gelsenkirchen kommen. Eine Aufklärung des Hergangs und der Ursachen samt der Übernahme von Verantwortung ist wichtig und ich persönlich empfinde das ausweichen auf Fragen durch die Verantwortlichen eher peinlich.
Nächstes Jahr war die Loveparade auch in Gelsenkirchen geplant und ich hatte mich vor der Katastrophe schon gefragt, wie dies funktionieren soll. Weniger wegen einem möglichen Veranstaltungsort, ich denke da würde sich in Gelsenkirchen etwas finden lassen, was größer und zugänglicher ist, als in Duisburg. Viel mehr stellte sich mir die Frage, wie man einen solchen Besucheransturm auf unserem Bahnhof geregelt bekommen will. Diese Frage stellt sich nicht mehr und dies ist auch ganz gut so. Jede weitere Loveparade wäre von den Ereignissen am Samstag in Duisburg überschattet.
Neben der Trauer und Verarbeitung des Unglücks muss nun geklärt werden, wie es dazu kommen konnte und ob Prestige und Profit am Ende vor den Sicherheitsinteressen der Besuchern stand.
Einige weiterführende Links:
- Dennis vom Gelsenkirchen Blog forderte “Bitte nicht in Gelsenkirchen” (freilich vor der entsprechenden Bekanntmachung der Veranstalter)
- Auf Seiten der Stadt begrüßt man sich die Absage – die Planungen waren eh noch nicht weit vorangschritten.
- Hometown Glory fordert den Innenminister Jäger und den Geschäftsführer der Ruhr2010 zum Rücktritt auf und Rüdiger Oppers von DerWesten fordert dies auch schon für den Oberbürgermeister von Duisburg Sauerland.
- Unsere Kollegen in Duisburg wie auch in NRW kondolieren natürlich ebenfalls.
