Trauer und Bestürzung zur Loveparade
Die Bilder und Berichte von der Loveparade vom Samstag sind natürlich auch für uns bestürzend gewesen. Ich denke ich spreche für alle Grünen, wenn ich den Opfern und ihren Angehörigen unser Mitgefühl und Beileid aussprechen – nicht nur weil zwei der Toten aus Gelsenkirchen kommen. Eine Aufklärung des Hergangs und der Ursachen samt der Übernahme von Verantwortung ist wichtig und ich persönlich empfinde das ausweichen auf Fragen durch die Verantwortlichen eher peinlich.
Nächstes Jahr war die Loveparade auch in Gelsenkirchen geplant und ich hatte mich vor der Katastrophe schon gefragt, wie dies funktionieren soll. Weniger wegen einem möglichen Veranstaltungsort, ich denke da würde sich in Gelsenkirchen etwas finden lassen, was größer und zugänglicher ist, als in Duisburg. Viel mehr stellte sich mir die Frage, wie man einen solchen Besucheransturm auf unserem Bahnhof geregelt bekommen will. Diese Frage stellt sich nicht mehr und dies ist auch ganz gut so. Jede weitere Loveparade wäre von den Ereignissen am Samstag in Duisburg überschattet.
Neben der Trauer und Verarbeitung des Unglücks muss nun geklärt werden, wie es dazu kommen konnte und ob Prestige und Profit am Ende vor den Sicherheitsinteressen der Besuchern stand.
Einige weiterführende Links:
- Dennis vom Gelsenkirchen Blog forderte “Bitte nicht in Gelsenkirchen” (freilich vor der entsprechenden Bekanntmachung der Veranstalter)
- Auf Seiten der Stadt begrüßt man sich die Absage – die Planungen waren eh noch nicht weit vorangschritten.
- Hometown Glory fordert den Innenminister Jäger und den Geschäftsführer der Ruhr2010 zum Rücktritt auf und Rüdiger Oppers von DerWesten fordert dies auch schon für den Oberbürgermeister von Duisburg Sauerland.
- Unsere Kollegen in Duisburg wie auch in NRW kondolieren natürlich ebenfalls.
Grüne Jugend ruft zum RTL Boykott auf
Der Privatsender RTL plant ab dem 3. Juni die Ausstrahlung eines Sendekonzepts „Erwachsene auf Probe”, bei dem Babys für einige Tage an Teenager „ausgeliehen” werden. Mehrere Organisationen haben bereits angekündigt, gegen den Sender und die Eltern der Kinder Strafanzeige wegen „Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener” zu stellen. Die Grüne Jugend Gelsenkirchen begrüßt dieses Vorgehen, geht aber einen Schritt weiter:
„Die Fernsehkultur ist momentan geprägt von Sendeformaten, bei denen Menschen sich bewusst oder unbewusst lächerlich machen und zur Schau gestellt werden. Mit diesem neuen Sendekonzept geht RTL aber einen Schritt weiter – kleine Kinder werden nicht nur aus dem vertrauten Umfeld gerissen, sondern sie laufen auch Gefahr, Bindungsschäden fürs ganze Leben davon zu zutragen. Sie werden als Versuchskaninchen für dramatisierende Szenen vor der Kamera missbraucht und Teenager in Situationen gebracht, die sie überfordern. Bei aller Kontrolle vor Ort könnte niemand schnell genug eingreifen, um Gewaltakte zu verhindern.”, so Kevin Jedamzik, Sprecher der Grünen Jugend und Student der Rehabilitationspädagogik.
„RTL zeigt damit abermals eindeutig, dass Profit und Einschaltquoten vor Menschlichkeit gehen. Für uns ist der Zeitpunkt erreicht, an dem das Maß überschritten ist. Neben den rechtlichen Maßnahmen fordern wir die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, mit dem Mittel zu reagieren, welches ihnen zur Verfügung steht: Einfach mal wieder ab- oder umschalten. RTL setzt auf Einschaltquoten, dann sollte man diese ebenfalls angehen und den Sender boykottieren, bis das Sendeformat endgültig zu den Akten gelegt ist”, fügt seine Sprecherkollegin Adrianna Gorczyk hinzu. „Es ist zwar ein Kampf wie David gegen Goliath und der ein oder andere würde bei einem solchen Boykott auf liebgewordene Sendungen verzichten müssen, dennoch scheint uns dies das deutlichste Zeichen gegenüber dem kölner Fernsehsender zu sein.”
7 KommentareFilmfest Gelsenkirchen

Auch in Gelsenkirchen gibt es eine Filmszene. Zu den Filmwettbewerb wurden insgesamt 62 Filmbeiträge von 37 Einzelpersonen oder Gruppen eingereicht. In den Tagesprogramm wird ein Querschnitt der Einsendungen gezeigt (ohne Wertung).
Zu der Prämierung am Abend begrüßt sie Dr. Manfred Beck (Kulturdezernent Gelsenkirchen). Die Gewinner des Filmwettbewerbs werden einzeln durch die Jury vorgestellt.
Filmjury: Anke Schonschor, Robert Zion, Stephan Zabka
Moderation : Tanja Hempelmann
Musikalische Begleitung: Norbert Labatzki
Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, abends Snacks und diverse Getränke.
Programm:
15.30 Uhr Einlass
16.00 Uhr Tagesprogramm
18.30 Uhr Filmspecial
19.00 Uhr Begrüßung und Prämierung
Filmbeiträge
GE – Einmal anders Horst Brachvogel (21 min)
Eine Industriestadt entwickelt sich zu einen fiktiven Urlaubsort. Produktionsdatum 1971 – 1979!
Einsamer Mensch Todor Vankov (4 min)
Musikvideo über die Einsamkeit.
24 Stunden Julius Erbslöh (1 min)
24 Stunden im Leben eines Gebäudes (Gelsenwasser-Verwaltungsgebäude): Ein Zeitraffer macht einen Rhythmus sichtbar, der Funktion und Anmutung, Technik und Ästhetik im wechselnden Licht hervortreten läßt.
Waiting in blue Michael Walter (10 min)
Der Film portätiert diverse Frauen, die alle in einen blauen Wartezimmer sitzen und … warten!
Das Grusellabyrinth Claudia Ferda (4 min)
Die Prinzessin liebt einen Prinzen, aber der wurde von Lord Voldemort in ein Gefängnis verschleppt, versteckt in einem Irrgarten. Damit die geplante Hochzeit doch stattfinden kann, muss die mutige Prinzessin sich auf den Weg ins Grusellabyrinth machen und dort Wächter, wilde Tiere und Lord Voldemort selbst überwinden.
Die Tanzstunde Horst Voigt (4 min)
Figurentrickfilm aus den 70er Jahren.
Gelsenkirchener Barock Helmut Schütter (12 min)
Dokumentation über die Ausstellung „Gelsenkirchener Barock” im Museum Buer 1992.
Kicks & Balance 2006 Helmut Guder (11 min)
Dokumentation über „Kicks & Balance” in GE-Horst das ein Highlight des kulturellen Begleitprogramms der Fußball-WM 2006 war.
Bin schon länger da Isabel Grahs (48 min)
Der Filmerzählt die Geschichten vondrei Menschen, die aus dem Iran, Brasilien und Polen nach Gelsenkirchen kamen. Er zeigt ihren täglichen Kampf mit der deutschen Sprache, der Einsamkeit in der Fremde, den fehlenden Wurzeln, aber auch Spaß an neuen Aufgaben, ungeahnten Chancen und neu gefundener Freiheit. BIN SCHON LÄNGER DA zeigt Gelsenkirchen, eine Stadt im Ruhrgebiet: Eine Stadt mit nahezu 20% Arbeitslosigkeit; viele Menschen ziehen weg; die Zukunftsperspektive ist düster und trotzdem bleiben Maral, Rubens und Irene in Gelsenkirchen.
Stattfilm GE 84 Duclercq / Niski (40 min)
Alternative Dokumentation über das Leben in Gelsenkirchen 1984.
WM 2006 POR – MEX Karl-Heinz Vieth (14 min)
Dokumentation zu der Begegnung zwischen Portugal – Mexiko anläßlich der Fußball-WM 2006.
Glückauf Kollega Dilan Polat (28 min)
Der Film stellt einen Streifzug durch das Leben von Migrantinnen und Migranten in Gelsenkirchen dar, einer Stadt, die durch hohe Arbeitslosigkeit und Auswanderung wirtschaftlich ausgezerrt ist. Aus der Perspektive der verschiedenen Generationen werden Entwicklungen aufgegriffen, die Gelsenkirchen hingegen aller Schwierigkeiten zu ihrer neuen Heimat verwandelt haben. Zum einen schildern die Protagonisten den Alltag in Gelsenkirchen, zum anderen gehen sie auf aktuelle Debatten in den Medien ein – Ghettobildung, Sprachdefizite, Arbeitslosigkeit etc. -, um eine kritische Reflektion anzuschließen, durch die sie ihre Positionierung als aktive Bürger einfordern.
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