Der Grüne Kreisvorstand besucht die Moschee am Freistuhl in Hassel

„Man muss nicht über uns sprechen, sondern mit uns“, sagte Cesur Özkaya, Vorsitzender der muslimischen Gemeinde am Freistuhl in Hassel in einem Interview auf www.derwesten.de . Für uns Grüne war klar, dass hier auf ein Versäumnis hingewiesen wurde, das auch uns trifft. Ebenso klar war, dass sich das ändern musste. Ein Anruf bei Herrn Özkaya, der sich erfreut und vielleicht auch ein bisschen überrascht zeigte, dass tatsächlich jemand den Ball aufnahm, eine Terminabsprache, und am 9. Februar traf sich der Grüne Kreisvorstand mit ihm in der Moschee am Freistuhl. Zunächst drehte sich das Gespräch um das religiöse Leben in der Ditib-Gemeinde (Freitagsgebet, religiöse Feste, Rolle der Männer/der Frauen im Islam, Austausch mit den benachbarten christlichen Gemeinden). Im zweiten Teil wandte sich das Gespräch den sozialen Aktivitäten der Ditib-Gemeinde zu. Herr Özkaya schilderte die Bemühungen der Gemeinde, Beratungs- und Unterstützungsangebote zu organisieren, was großenteils nur dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Gemeindemitglieder möglich ist (zum Beispiel geben Abiturienten oder Oberstufenschüler jüngeren Schülern Nachhilfe in Deutsch oder Mathematik). Wir waren uns einig, dass dieses freiwillige Engagement dringend der Ergänzung durch professionelle Beratung bedarf, und werden uns bei der Stadt und bei den Trägern der freien Wohlfahrtsplege kundig machen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Unterstützung sich anbieten.

Schließlich sprachen wir noch über einen sehr konkreten Vorschlag, den Jürgen Pastowski in die Diskussion einbrachte: Wäre es nicht wichtig, dass die hier lebenden Muslime sich viel stärker in der Öffentlichkeit zu Wort meldeten, um zu protestieren, wenn zum Beispiel , wie zuletzt in Ägypten geschehen, Christen im Namen des Islam verfolgt und ihre Kirchen zerstört werden? Inhaltlich waren wir uns auch hier schnell einig, Herr Özkaya gab nur zu bedenken, dass die Muslime mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit wenig Erfahrung hätten. Klar, dass wir da gern unsere Unterstützung anboten. Das Gespräch endete mit der Feststellung, dass dies ein vielversprechender Anfang sei und dass alle an einer vertieften Zusammenarbeit interessiert seien.

Foto: Detlef Aghte unter Creative Commons Lizenz

Schreibe einen Kommentar

Flugblatt ProNRW

Nachdem ich am Dienstag eine vierseitige Postwurfsendung von Pro NRW gegen den Moscheebau in Buer in unserem Hausflur fand, hatte ich erst überlegt, ob man dazu Stellung bezieht und darüber bloggt, oder ob man diesem Geschreibsel zuviel Aufmerksamkeit schenkt. Andere Dinge haben dazu geführt, dass ich mich dieser Frage am Ende zeitlich garnicht mehr stellen brauchte. Und nun ist die Aufmerksamkeit schon da und vielleicht ist es auch ganz gut so. In mehreren Berichten (hier der letzte) hatte die WAZ bereits darüber berichtet und – unter anderem – von Grüner Seite ist mit einer Pressemitteilung Stellung bezogen worden. Eigentlich ist damit schon alles gesagt, dennoch noch einige Anmerkungen. Weiterlesen

3 Kommentare