Wahlkampfeinblicke III: Es wird aufgehangen

image Dem ein oder anderen sind die neuen Plakate sicher nicht verborgen geblieben. Zumindest Grüne Plakate konnte man heute morgen schon das ein oder andere mal sehen. Grund: Ab heute ist das Plakatieren erlaubt und aus der Erfahrung heraus, dass sonst gerne mal die wirklich guten Standorte weg sein könnten begann ein kleiner Trupp fleißiger Grüner um 0 Uhr mit der Plakatierung. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich war nicht dabei, da mich mein Weg heute zu früh nach Berlin zu McPlanet führte und von daher wird dieser Wahlkampfeinblick wieder nur eine Sammlung von Bildern, aber immerhin gibt es diese :)

Weiterlesen

1 Kommentar bis jetzt

Wahlkampfeinblicke I: Plakate

Bekanntlich stehen uns in diesem Jahr drei Wahlkämpfe ins Haus, denn sowohl das Europaparlament, wie auch der Bundestag und natürlich der gelsenkirchener Stadtrat plus OberbürgermeisterIn müssen neu gewählt werden. Seit einigen Wochen trifft sich dazu regelmäßig eine Arbeitsgruppe des grünen Kreisverbands, der den Wahlkampf plant und von Materialien, über Veranstaltungen bis zu Infoständen die Planung übernimmt. Mit dieser neuen Blogreihe versuche ich ein wenig Einblick in die Abläufe hinter den Kulissen zu geben. Natürlich nicht so, dass uns die politische Konkurrenz einen Strich durch die Rechnung machen könnte, aber schon durchaus so, dass der politisch interessierte aber nicht parteipolitisch engagierte Bürger einen Eindruck davon bekommt, wie man sich bei den Grünen auf diese Wahlkämpfe vorbereitet.

Aber genug der Vorrede: Wichtigster Punkt der gestrigen Wahlkampfarbeitsgruppensitzung waren die Plakate im Hinblick auf die Europawahl. Letzte Woche wurde vom Verkehrsamt der Stadt eine Informationsveranstaltung durchgeführt, um zu erläutern wie das Prozedere zum Aufhängen dieser A1 oder A0 Plakate funktioniert. Es kommt schließlich nicht von irgendwo her, dass einige Wochen vor der Wahl die Straßen voller Pappen mit Werbeslogans sind. Genauer gesagt dürfen Parteien dies erst sechs bzw. bei der Bundestagswahl vier Wochen vorher an die Laternen bringen. Und dann auch nicht willkürlich: Die Anzahl der Plakate ist ein wenig an frühere Wahlergebnisse gebunden und reglementiert. Wie die anderen kleineren Parteien auch gehen wir davon aus an 300 bis 400 Standorten in der Stadt aufhängen zu dürfen. Diese müssen vorher mit Straßenzügen beantragt werden und dürfen dann auch nicht den Verkehr gefährden.

Aber bevor diese nun wirklich hängen, müssen solche Pappen vorbereitet werden: Alte Plakatreste ggf. noch runtergerissen und vor allem neue Motive drauf gekleistert werden. Für das Kleistern der 600 Plakate (man darf pro Standort immer zwei aufhängen) sind bei uns 3 Abende in wechselnder Besetzung vorgesehen und Bilder davon reiche ich dann gerne nach :) Tja, und als letzter Schritt erfolgt die Aufhängung in Handarbeit und kleinen 2-3 „Mann“ Teams. Im Prinzip ist das Aufhängen von Plakaten damit die erste logistische Großaufgabe im Wahlkampf.

wumsDie Plakate zu bekommen ist dagegen bei der Europawahl sehr viel einfacher, als bei der Kommunalwahl, da der Bundesverband der Grünen entsprechende Motive anbietet. Bei der Kommunalwahl könnte man auch welche kaufen, aber das passt dann nicht wirklich zu Gelsenkirchen. Und: Was zeitlich ein Vorteil ist, ist aber auch ein Nachteil, wenn einem die Motive oder der Slogan nicht gefällt. Ich glaube nicht, dass ich zuviel verrate, wenn ich hier berichte, dass „WUMS!*“ nicht große Begeisterungsstürme im Kreisverband hervorgebracht hatte :)

Neben den Kleinplakaten, die wir grundsätzlich in A1 aufhängen gibt es noch zwei öffentliche „Plakatwerbungen“. Zum einen werden über die Deutsche Städte Medien oder Ströer einige der stationären Großflächen für Wahlwerbung zur Verfügung gestellt. Anstatt Bierhersteller, Autoproduzenten, Versicherungen oder Keksfirmen werden dann Parteien dann für sich werben. Auch hier zählt der Proporz, so dass viele Parteien nur auf 1, wir (mit FDP und LINKEN) wohl auf 2-3 Kleinplakate und SPD und CDU meist auf eine Großfläche kommen. Hinzu kommen noch Großflächen, die nur für die Wahl aufgestellt werden. Diese sogenannten Weselmänner müssen allerdings von den Parteien gestellt und bezahlt werden und wir verzichten nicht nur aus finanziellen Gründen darauf, sondern auch weil wir es falsch finden die letzten Grünflächen am Straßenrand auch noch zuzustellen.

Ansonsten stellte sich auch gestern natürlich irgendwann die Frage, wieviel solche Plakate eigentlich bringen und die einhellige Meinung war eher skeptisch was einen positiven Effekt angeht. Aber wahrscheinlich würde es eben negativ auffallen, wenn die Grünen hierbei garnicht in Erscheinung treten würden.

Neben den Plakaten gibt es natürlich auch unzählige andere Baustellen, wie beispielsweise das Wahlprogramm, das inhaltlich zwar schon abgestimmt ist und nun nur noch redaktionelle Überarbeitung, ein Vorwort und schließlich ein Layout benötigt, aber davon berichte ich ein nächstes Mal.

2 Kommentare