Die LINKE und das Schalker
Vor einigen Wochen hatten wir ja schon den Populismus von CDU und LINKEN kritisiert, die sich zwar vor der Wahl nun groß als Retter des Schalkers in Position bringen, aber die wichtige Frage unbeantwortet lassen, wie die Schullandschaft ansonsten aussehen soll. Oder auf den Punkt gebracht: Welches Gymnasium im Stadtsüden soll denn stattdessen geschlossen werden? Das Gauß-, Grillo- oder Ricarda-Huch-Gymnasium? Um nicht missverstanden zu werden: Bei uns ist keine Entscheidung für oder gegen das Schalker gefallen, man steht eben erst am Beginn der Beratungen. Aber wer zum jetztigen Zeitpunkt eine solche Position bezieht, muss auch Alternativen benennen.
Aber es geht um mehr. Die LINKE lässt die Frage unbeantwortet, wie sie es mit ihrem eigenen Landtagsprogramm hält. Und eigentlich auch mit dem eigenen Kommunalwahlprogramm, wie der Rote Emscherbote berichtete. In einer PM von heute fragt Paul Humann darum:
“Wenn das Schalker Gymnasium die Ausnahme ist, wie das Gespann Strohmeier/Herrmann am Donnerstag nahe legte, heißt das dann, dass ab Herbst alle anderen Gymnasien geschlossen werden sollen? Oder kennen die Beiden das Programm ihrer Partei nicht? Oder stellen sie sich in der Bildungspolitik gegen ihre Landespartei?“
Ich finde Politik bedeutet auch ehrlich mit Bürgern umzugehen. Momentan liegt nur das Schulgutachten vor, es fehlen noch weitere Stellungnahmen und die Entscheidungen zum Schulentwicklungsplan sind bewusst erst für den Herbst angesetzt, um eine ausgiebige Diskussion über die gelsenkirchener Schullandschaft zu ermöglichen. Wer jetzt wie die LINKE vorgibt dem Schalker eine Bestandsgarantie geben zu können, muss erklären, wie dies mit den eigenen landes- und kommunalpolitischen Vorstellungen in Verbindung zu bringen ist. Man kann nicht gleichzeitig für eine von oben verordnete “gemeinsame Schule” eintreten und dem Schalker eine Bestandsgarantie geben. Ein solches Verhalten ist unehrlich den Bürgerinnen und Bürgern und auch den besorgten Eltern und Schülern am Schalker gegenüber.
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